Snippets steuern: nosnippet, max-snippet und data-nosnippet

Google entscheidet selbst, welchen Ausschnitt einer Seite es in den Suchergebnissen als Snippet zeigt: einen Textabschnitt, ein Vorschaubild, manchmal einen kurzen Videoclip. Wer das nicht will, weil ein Preis, ein Rezeptdetail oder eine exklusive Kennzahl nicht kostenlos in der Ergebnisliste stehen soll, kann das über eine kleine Gruppe von Direktiven steuern: nosnippet, data-nosnippet, max-snippet, max-image-preview und max-video-preview.
Alle fünf greifen ausschließlich in die Darstellung ein, nicht ins Ranking. Eine Seite mit nosnippet rankt weiterhin normal, sie erscheint nur ohne Vorschautext. Dieser Artikel erklärt, wie jede Direktive funktioniert, wie man sie kombiniert und welche Rolle sie inzwischen für AI Overviews und Google Discover spielt.
Warum Snippets überhaupt eine Einstellung brauchen
Ein Snippet besteht aus Titel, URL und einem automatisch generierten Beschreibungstext, dem eigentlich klassischen Snippet. Google zieht diesen Text nicht zwingend aus der Meta-Description der Seite. Der Algorithmus sucht sich den Abschnitt, der zur jeweiligen Suchanfrage am besten passt, und das kann jeder beliebige Fließtext auf der Seite sein, auch ein Absatz weit unten im Artikel. Genau deshalb reicht es nicht, nur eine gute Meta-Description zu schreiben, wenn man kontrollieren will, was tatsächlich in der Ergebnisliste steht.
Die fünf Direktiven adressieren drei unterschiedliche Fragen. Erstens: Soll überhaupt ein Text-Snippet erscheinen (nosnippet)? Zweitens: Welche Textstellen sind für einen Snippet überhaupt zulässig (data-nosnippet)? Drittens: Wie lang darf der Snippet maximal sein und wie groß dürfen Bild- oder Videovorschau ausfallen (max-snippet, max-image-preview, max-video-preview)? Wer diese drei Ebenen unterscheidet, kann gezielt eingreifen, statt pauschal alles zu sperren.
Ein weiterer Grund, warum sich pauschales Vertrauen auf die Meta-Description nicht auszahlt: Wie lang ein Snippet überhaupt dargestellt wird, unterscheidet sich zwischen Desktop und Mobilgerät, zwischen Sprachen und selbst zwischen einzelnen Suchanfragen zur gleichen Seite, weil Google den Ausschnitt an die jeweilige Anfrage anpasst. Eine feste Zeichenzahl in der Meta-Description sagt also nichts darüber aus, was tatsächlich angezeigt wird. Max-snippet ist deshalb kein Ersatz für eine gute Meta-Description, sondern eine zusätzliche, harte Obergrenze, die unabhängig von Gerät oder Anfrage gilt.
Nosnippet: den Text-Snippet vollständig unterdrücken
Die Direktive nosnippet wird im robots-Meta-Tag im head-Bereich einer Seite gesetzt: meta name="robots" content="nosnippet". Alternativ lässt sie sich über einen HTTP-Header ausliefern, dessen genaue Syntax und Zusammenspiel mit noindex ein eigenes Thema ist. Wichtig an dieser Stelle ist nur die Wirkung: Mit nosnippet zeigt Google in der Ergebnisliste keinen Textausschnitt. Bei Videoseiten unterdrückt die gleiche Direktive auch die Videovorschau im Ergebnis.
Praktisch sinnvoll ist nosnippet dort, wo jeder mögliche Textausschnitt unerwünscht ist: Seiten hinter einem Login, deren erster sichtbarer Absatz ohnehin nur ein Platzhalter ist, interne Rechtsseiten, deren Formulierungen aus dem Kontext gerissen missverständlich wirken, oder Landingpages, deren gesamter Wert im Klick liegt und die keinen Mehrwert aus einer Vorschau ziehen. Der Trade-off ist real: Ein Ergebnis ohne jeden Vorschautext wirkt in der Liste karg und die Klickrate sinkt in der Regel, weil Nutzer weniger Kontext bekommen, bevor sie klicken. Vor einem seitenweiten Rollout lohnt sich ein Test an einer kleinen Seitengruppe.
Ein häufiges Missverständnis: nosnippet ist nicht noindex. Die Seite bleibt indexiert und behält ihre Position, sie verliert nur die Vorschau. Wer eine Seite komplett aus der Suche entfernen will, braucht eine andere Direktive und einen anderen Mechanismus als hier beschrieben.
Data-nosnippet: einzelne Textstellen gezielt ausblenden
Während nosnippet die ganze Seite betrifft, erlaubt das HTML-Attribut data-nosnippet eine chirurgische Variante davon: Man markiert nur einen bestimmten Abschnitt als für Snippets ungeeignet, der Rest der Seite bleibt normal snippet-fähig. Das Attribut wird direkt an ein Element gehängt, zum Beispiel an ein span, ein div oder ein section-Element: <div data-nosnippet>Dieser Absatz erscheint nie in der Suchvorschau.</div>. Ein einfaches data-nosnippet ohne Wert reicht, es muss kein data-nosnippet="true" sein, auch wenn diese Schreibweise ebenfalls funktioniert.
Ein Rezept-Blog kann so den einleitenden Erfahrungsbericht snippet-fähig lassen, aber die vollständige Zutatenliste mit data-nosnippet umschließen, wenn Nutzer für die Details klicken sollen. Ein Testbericht kann das Fazit mit der Spoiler-Wertung ausblenden, während die Einleitung offen bleibt. Das ist eine deutlich feinere Kontrolle als ein pauschales Ja oder Nein für die ganze Seite.
Der klassische Fehler dabei: Ein Template-Include umschließt versehentlich den gesamten Artikeltext mit data-nosnippet, etwa weil ein gemeinsamer Wrapper für mehrere Komponenten wiederverwendet wird. Das Ergebnis ist praktisch identisch mit einem vollständigen nosnippet, nur ungewollt. Ein Blick in den ausgelieferten HTML-Code, nicht nur in den CMS-Editor, deckt solche Fälle auf.
Max-snippet: die Länge des Text-Snippets begrenzen
Die Syntax lautet max-snippet:[Zahl], zum Beispiel content="max-snippet:160". Die Zahl gibt die maximale Anzahl an Zeichen an, die Google für den Text-Snippet verwenden darf. Der Wert -1 bedeutet keine Beschränkung, also Googles normales Verhalten. Der Wert 0 unterdrückt den Text-Snippet praktisch komplett und wirkt damit ähnlich wie nosnippet, nur eben ausdrücklich über eine Zahl statt über ein eigenes Schlüsselwort formuliert.
Wichtig ist die Formulierung als Obergrenze, nicht als Zusage: Google garantiert nicht, dass der Snippet exakt diese Länge erreicht, sondern nur, dass er sie nicht überschreitet. Praktisch relevant wird das bei Seiten, deren automatisch gezogener Snippet unangenehm lang ausfallen kann, etwa bei Schritt-für-Schritt-Anleitungen, aus denen Google sonst mehrere Sätze am Stück in die Vorschau übernimmt. Eine Begrenzung auf rund 160 Zeichen hält den Snippet auf Teaser-Länge, unabhängig davon, wie viel Text die Seite eigentlich liefern könnte.
Eine Falle, auf die viele erst nach dem Umstellen stoßen: max-snippet begrenzt nur den klassischen Text-Snippet, nicht die aus strukturierten Daten erzeugten Rich-Ergebnisse. Wer über schema.org zum Beispiel Rezept-Markup einbindet, sieht dessen Inhalte weiterhin in voller Länge im Rich-Ergebnis, selbst wenn max-snippet gesetzt ist. Für solche Fälle gibt es separate, markup-spezifische Wege, den jeweiligen Rich-Ergebnistyp einzuschränken, und die sind von max-snippet unabhängig.
Max-image-preview und max-video-preview: Bild- und Videovorschauen steuern
Max-image-preview kennt drei Werte: none, standard und large. Mit none zeigt Google kein Vorschaubild zur Seite an, selbst wenn geeignete Bilder vorhanden wären. Standard entspricht der bisherigen, kleineren Standardgröße. Large erlaubt Google, ein größeres Vorschaubild zu zeigen, und ist zugleich Voraussetzung für alle visuell dominanten Darstellungsformen, in denen ein großes Bild Teil des Formats ist.
Genau darin liegt eine Entscheidung, die vielen Teams erst auffällt, wenn der Traffic schon gefallen ist: Wer per Standardeinstellung im CMS oder SEO-Plugin überall max-image-preview:none setzt, etwa aus einer pauschalen Vorsicht heraus, schließt die eigenen Seiten damit von bildstarken Platzierungen aus, ohne dass das an anderer Stelle sichtbar würde. Die Einstellung wirkt leise: Es gibt keine Fehlermeldung, die Seite rankt normal weiter, nur eben ohne das Bild, das für manche Formate zwingend ist.
Max-video-preview:[Zahl] funktioniert analog, aber für die animierte Vorschau, die Google für Videoseiten anzeigen kann: eine Art kurzer, automatisch abspielender Ausschnitt direkt im Suchergebnis. Die Zahl gibt die maximale Länge dieser Vorschau in Sekunden an, -1 erlaubt die volle Länge, 0 lässt nur ein statisches Vorschaubild ohne Bewegung zu. Ein Anbieter mit kostenpflichtigen Videos kann so max-video-preview:0 setzen, um zu verhindern, dass die Pointe eines Videos schon im Suchergebnis vorwegkommt, und gleichzeitig max-image-preview auf large lassen, damit weiterhin ein ansprechendes Standbild als Vorschau erscheint.
- none: kein Vorschaubild beziehungsweise keine Bewegtbild-Vorschau
- standard: Googles bisherige, kleinere Standardgröße für Bilder
- large: größere Bildvorschau, Voraussetzung für viele bildstarke Formate
- Zahl bei max-video-preview: maximale Länge der Videovorschau in Sekunden, -1 unbegrenzt, 0 nur ein Standbild
Direktiven im robots-Meta-Tag kombinieren
Mehrere Direktiven lassen sich in einem einzigen Meta-Tag kommagetrennt zusammenfassen: meta name="robots" content="max-snippet:160, max-image-preview:large, max-video-preview:15". Genauso gültig ist es, mehrere separate robots-Meta-Tags untereinander zu setzen. Google fasst die Angaben aus allen zusammen, solange sie sich nicht widersprechen.
Wer ausschließlich Google adressieren will, ohne andere Suchmaschinen zu beeinflussen, kann statt name="robots" den Wert name="googlebot" verwenden. Das ist nützlich, wenn man für Bing oder andere Crawler ein anderes Verhalten möchte als für Google, auch wenn das in der Praxis selten gebraucht wird.
Bei einem PDF oder einer anderen Nicht-HTML-Datei gibt es keinen head-Bereich, in den ein Meta-Tag passen würde. Dort bleibt nur die HTTP-Header-Variante der gleichen Direktiven übrig, mit identischer Syntax und identischer Wirkung, nur eben auf Serverebene statt im Markup gesetzt. Für gewöhnliche HTML-Seiten ist das Meta-Tag der einfachere Weg, weil es sich ohne Zugriff auf die Serverkonfiguration direkt im Template pflegen lässt.
Ein realistisches Muster für einen Online-Shop: Die Produktseite selbst trägt kein einschränkendes robots-Meta-Tag, ist also normal snippet-fähig, aber der Block mit dem aktuellen Lagerbestand und dem tagesaktuellen Rabatt trägt data-nosnippet, weil diese Zahlen morgen schon veraltet in der Suche stehen würden. Die Entscheidung, ob man auf Vorlagenebene im CMS einen restriktiveren Standard setzt und dann pro Artikel Ausnahmen erlaubt, oder ob man umgekehrt offen startet und nur einzelne Seiten einschränkt, hängt davon ab, wie viele Redakteure ohne technische Prüfung veröffentlichen.
Auswirkungen auf AI Overviews und Google Discover
Nach Googles eigener Dokumentation gilt: Was eine Seite über diese Direktiven nicht als klassischen Snippet zeigen darf, steht grundsätzlich auch für snippet-artige Zitate in AI Overviews nicht zur Verfügung. Nosnippet und data-nosnippet wirken also nicht nur auf die traditionelle blaue Ergebnisliste, sondern auf die Textstellen, die eine KI-generierte Übersicht zitieren oder zusammenfassen könnte. Eine Seite, die ihren zentralen Absatz mit data-nosnippet blockiert, verhindert damit auch, dass genau dieser Absatz wörtlich in einer AI Overview auftaucht.
Bei Google Discover liegt der Fall anders herum. Discover-Karten sind bild- und überschriftengetrieben, ein Format, das ohne großes Vorschaubild kaum funktioniert. Google weist selbst darauf hin, dass eine Seite mit max-image-preview:none praktisch aus der Discover-Auswahl herausfällt, weil das Format ohne ausreichend großes Bild nicht bedienbar ist. Nosnippet wirkt sich ebenfalls aus, weil Discover in der Regel einen kurzen Teasertext zusammen mit dem Bild zeigt.
Daraus ergibt sich eine Entscheidung, die gerade Nachrichtenseiten regelmäßig betrifft: Man will an Discover teilnehmen, also weder max-image-preview:none noch ein seitenweites nosnippet setzen, gleichzeitig sollen die Absätze hinter der Bezahlschranke nicht wortwörtlich zitierbar sein. Die Lösung liegt genau in der Kombination aus den vorherigen Abschnitten: max-image-preview auf large lassen, kein seitenweites nosnippet setzen, aber die zahlungspflichtigen Absätze gezielt mit data-nosnippet markieren, während der freie Teaser-Absatz snippet-fähig bleibt. Festzuhalten bleibt außerdem, dass keine dieser Direktiven eine Zugriffskontrolle ersetzt. Sie entscheiden nur, was Google zeigen darf, nicht, wer die Seite tatsächlich lesen kann.
Eine praktische Schwierigkeit bleibt: Für die klassische Ergebnisliste zeigt die Search Console per URL-Prüfung wenigstens, welche Direktiven Googlebot sieht, auch wenn sie nicht den fertigen Snippet selbst zeigt. Für AI Overviews existiert bislang kein vergleichbares Prüfwerkzeug, das vorab anzeigt, ob ein bestimmter Absatz zitiert würde. In der Praxis bleibt deshalb nur die verhaltensbasierte Kontrolle: verschiedene Formulierungen der Zielanfrage tatsächlich suchen und beobachten, ob der geschützte Absatz wortwörtlich in einer AI Overview auftaucht, und die Beobachtung nach einer Änderung der Direktiven zu wiederholen.
Typische Fehler und wie man die Wirkung überprüft
Der häufigste Fehler ist, nosnippet mit noindex zu verwechseln und eine Seite dadurch unnötig ohne jede Vorschau in der Liste zu lassen, obwohl eigentlich nur die Indexierung ein Thema war. Der zweite häufige Fehler ist ein SEO-Plugin oder eine CMS-Vorlage, die per Voreinstellung max-image-preview:none für alle Seiten setzt, meist aus einer generischen Vorsichtsannahme heraus, wodurch die Seite ohne erkennbaren Grund von bildstarken Formaten ausgeschlossen bleibt. Der dritte Fehler ist die Annahme, max-snippet begrenze automatisch auch Rich-Ergebnisse aus strukturierten Daten, was, wie oben beschrieben, nicht zutrifft. Der vierte, häufig übersehene Fehler ist ein data-nosnippet, das über einen gemeinsam genutzten Template-Baustein versehentlich den ganzen Artikeltext statt nur eines Abschnitts umschließt.
Um zu prüfen, ob eine Direktive tatsächlich ankommt, hilft der Blick in die Google Search Console: Die URL-Prüfung zeigt den Live-Test der Seite inklusive des tatsächlich ausgelieferten HTML und der darin enthaltenen Meta-Angaben, so wie Googlebot sie sieht, nicht wie sie im CMS-Editor eingetragen sind. Ergänzend lohnt ein Blick in den ausgelieferten Quelltext selbst, etwa über eine einfache Anfrage ohne Browser-Rendering, um auszuschließen, dass ein Cache oder ein CDN das Meta-Tag oder den HTTP-Header auf dem Weg zu Googlebot verändert oder entfernt.
Eine letzte Falle bei der Überprüfung: Die Wirkung zeigt sich nicht sofort in der SERP. Google übernimmt eine geänderte Direktive erst, wenn die Seite erneut gecrawlt und der Snippet neu erzeugt wird, das kann je nach Crawling-Frequenz der Seite Tage dauern. Wer direkt nach der Änderung in der Suche nachschaut und noch den alten Snippet sieht, hat deshalb nicht automatisch einen Fehler gemacht, sondern schlicht noch nicht lange genug gewartet.
Häufige Fragen
Ist nosnippet dasselbe wie noindex?
Nein. Nosnippet entfernt nur die Vorschau in den Suchergebnissen, die Seite bleibt indexiert und rankt weiter normal. Noindex entfernt die Seite komplett aus dem Index und ist eine eigene, unabhängige Direktive.
Wo trage ich data-nosnippet ein?
Als HTML-Attribut direkt an einem Element im Seitentext, zum Beispiel an einem span-, div- oder section-Element. Es gehört nicht in den head-Bereich wie das robots-Meta-Tag, sondern in den sichtbaren Inhalt selbst, direkt an dem Abschnitt, der nicht als Snippet erscheinen soll.
Begrenzt max-snippet auch Rich-Ergebnisse aus schema.org-Markup?
Nein. Max-snippet wirkt nur auf den klassischen, automatisch generierten Text-Snippet. Rich-Ergebnisse aus strukturierten Daten wie Rezept-Markup folgen eigenen, separaten Regeln und werden von dieser Direktive nicht eingeschränkt.
Verändern diese Direktiven das Ranking einer Seite?
Nein, keine der fünf Direktiven beeinflusst die Position in den Suchergebnissen. Sie steuern ausschließlich, was Google aus dem bereits ermittelten Ranking als Vorschau anzeigen darf.
Was muss ich für Google Discover beachten?
Discover benötigt ein ausreichend großes Vorschaubild, deshalb schließt max-image-preview:none eine Seite praktisch von Discover aus. Ein seitenweites nosnippet wirkt sich ebenfalls negativ aus, da Discover in der Regel einen kurzen Teasertext neben dem Bild zeigt.